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Mehr Ältere heißt nicht: mehr Gäste
Im Harz geht es bergauf


Foto: Archiv
Der Tourismus im Westharz ist mit Schwung ins Jahr 2012 gestartet: Nach einer durchwachsenen Vorjahressaison verzeichnete die Region laut Statistik-Landesbetrieb im ersten Quartal ein Plus von mehr als 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei Übernachtungen. Die Auslastung der Herbergen lag bei 23 Prozent. Das Jahr 2011 war für den Fremdenverkehr im West-Harz von Stagnation gekennzeichnet: Nach einem miserablen Start und laut Harzer Tourismusverband einem Minus von 11 Prozent in den ersten beiden Monaten ging das Jahr mit einem mickrigen Plus von 0,2 Prozent zu Ende. Der Sparkassenverband hat sein neues "Tourismusbarometer" präsentiert und analysiert darin die Entwicklung im niedersächsischen Tourismus.

HARZ. Am Mittwoch, 6. Juni, hat der Sparkassenverband sein neues "Tourismusbarometer" für Niedersachsen vorgestellt, in dem eine touristische Bilanz für das Jahr 2011 gezogen und die Entwicklungen in der Branche analysiert werden. "Deutschlandtourismus boomt- Niedersachsen zeigt verhaltenes Wachstum" heißt es in dem Jahresbericht. Der niedersächsische Tourismus sei mit einem nur leichten Plus von 2,5 Prozent hinter dem bundesweiten Wachstum (plus 3,6 Prozent) zurückgeblieben. Mit 39,4 Millionen Übernachtungen sei aber die bisherige Bestmarke aus dem Expo-Jahr 2000 übertroffen worden. Der Anteil ausländischer Gäste zählt laut Bericht allerdings zu den niedrigsten in Deutschland. Für den Harz verzeichnet das "Tourismusbarometer" sogar Einbußen - im Widerspruch zu den Ergebnissen des Landesbetriebes für Statistik und den Aussagen des Harzer Tourismusverbandes. Laut Landesbetrieb habe der Harz seine Übernachtungszahlen im Jahr 2011 weiter stabilisiert und lag auf Vorjahresniveau mit rund 3,28 Millionen Übernachtungen. Auf welche Zahlen sich die Bilanz des Sparkassenverbandes stützt, geht aus dem Bericht nicht hervor.

In der Analyse des "Tourismusbarometers" bilden die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Fremdenverkehr einen Schwerpunkt: Die Zielgruppe ab 60 Jahren wächst, stellen die Autoren fest. Doch obwohl viele Touristiker auf die Gleichung "mehr ältere Deutsche = mehr Gäste für Niedersachsen" setzen würden, können es laut Modellrechnungen trotz steigender Bevölkerungszahlen im Segment der Über-60-Jährigen zu einem Rückgang der längeren Urlaubsreisen bis 2025 kommen. Auch bei Kurzurlaubsreisen seien Einbußen denkbar, heißt es vage. Immer weniger Reisende werden wiederholt nach Niedersachsen kommen, weswegen Aktivitäten zur Kundenbindung an Bedeutung gewinnen würden. Der demografische Wandel werde auch spürbare Auswirkungen auf den touristischen Arbeitsmarkt haben (Stichworte: Fachkräftemangel und Nachwuchssorgen).mb
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