Seitenkopf Montag, 20. Mai 2013 - 0:38 als Startseite | Kontakt | Impressum | AGB Anzeige Suche:
NachrichtenSüdniedersachsen
Ärzte blicken nach Südniedersachsen
"Es werden keine Mauern gezogen"

Von Michael Paetzold
KREIS OSTERODE. "Wir Ärzte wünschen uns eine sachliche, von persönlichen Ressentiments losgelöste Diskussion um die Landkreisfusion", nahm gestern, 7. Juni, der Ärztevereinsvorsitzende und Kreisstellensprecher Dr. Manfred Eilts Stellung zu dem in Osterode derzeit alles andere überlagernden Thema.

Bewährtes erhalten und Zukunft schaffen scheint nur durch einen wirtschaftlich, politisch und kulturell starken Großkreis möglich, der sich auch als solcher auf Landesebene präsentieren kann", gab er seine Einschätzung und betonte die engen Verflechtungen Osterodes mit Göttingen und Northeim.

Durch die beabsichtigten Fusionen seien zwar keine Belange der Ärztekammer oder der Kassenärztlichen Vereinigung und damit des Ärztevereins und der Kreisstelle betroffen, da die Strukturen der ärztepolitischen Organisationen nicht mit denen der Gebietskörperschaften identisch oder von ihnen abhängig wären, doch werde man im ärztlichen Bereich eine personelle Unterversorgung und Besetzungsprobleme besser durch eine Kooperation mit den großen Kliniken im Landkreis Göttingen in den Griff bekommen. Göttingen bietet mit der Uniklinik einen Maximalversorger, mit der Gesundheitsregion Göttingen, der Verbundweiterbildung und der Bereitschafts- und Notdienstversorgung verwirkliche man im Landkreis Osterode zusammen mit einigen medizinischen Einrichtungen im Landkreis Göttingen Kooperationen, die mancherorts noch als Dienstleistungskonzept der Zukunft gelten. Gleichwohl kooperierten Ärzte in der Niederlassung und der Klinik im Interesse ihrer Patienten mit Gesundheitsdienstleistungen über die Landkreisgrenzen hinaus, bewährte Versorgungswege würden auch über neue Kreisgrenzen hinaus aufrecht erhalten. Eilts: "Zu Partnern, die einem künftigen Großkreis nicht angehören, werden keine Mauern aufgezogen." Allerdings seien Verbundweiterbildungen mit Hausärzten und Ausbildungskliniken in Göttingen bereits ins Leben gerufen worden. "Kontakthalteprojekte für angehende Mediziner, die sich dann auch im ländlichen Raum niederlassen können, sind nur mit einer Universitätsklinik denkbar", erklärte der Mediziner und betonte erste Erfolge dieser Arbeit: "Wir haben jetzt schon die ersten Hausärzte und Fachärzte, die auf dem Lande arbeiten und in Göttingen wohnen." Der medizinische Dienstleistungsbereich stellt nach dem metallverarbeitenden Gewerbe den zweitgrößten Arbeitgeber im Landkreis Osterode.

Das Thema Landkreisfusion bewegt auch die Ärzteschaft im Kreisgebiet. Dr. Manfred Eilts aus Osterode, langjähriger Ärztevereinsvorsitzender und Kreisstellensprecher, hatte deshalb eine interne Befragung der Kollegen gestartet.
"Selten habe ich eine so prompte und so deutliche Rückmeldung bekommen, wie diesmal", erklärte er gestern, 7. Juni. Von den angeschriebenen Kollegen hatten sich 63 sofort gemeldet und die Einschätzung des Ärztesprechers einhellig unterstützt: "Um eine wohnortnahe und patientenfreundliche medizinische Versorgung zukünftig zu gewährleisten, sind leistungsstarke Versorgungsstrukturen und Kooperationen zwar über die Landkreisgrenzen hinaus gefragt, medizinische Ströme und der Wissenstransfer laufen aber seit Jahrzehnten schon Richtung Göttingen, ein Austausch mit dem Raum Goslar besteht kaum", erklärte Eilts, der davon ausgeht, dass in einigen medizinischen Bereichen größere Einheiten mehr Kompetenz abbilden können: "Ich wünschte mir aber gleichzeitig, dass beispielsweise der öffentliche Gesundheitsdienst dem Altkreis Osterode erhalten bleibt."

Eine auskömmliche ärztliche Versorgung der Bevölkerung des Landkreises aber sollte grundsätzlich unabhängig von Organisation, Größe und politischem Kolorit sein, auch wenn man sich einen politisch starken Landkreis wünsche, der auch auf Landesebene wahrgenommen werde. mp
druckenversenden

Leserbriefe Kommentar hinzufügen
Klardenker aus OHA schrieb:
08.06.2012, 16:41
wem nützt das?
Ich frage mich, was der Autor uns sagen will? Im medizinischen Bereich spielen Landkreisgrenzen keine Rolle! Man arbeitet mit Uni- und Spezalkliniken eng zusammen! Es gibt einen Wissenstransfer! Man nutzt Verbundweiterbildungen! Alles richtig, alles sinnvoll, alles wahr... Was aber passiert nach einer Großfusion: die Zusammenarbeit bleibt, allerdings verstärkt sich die Sogwirkung des größeren Zentrums, die Peripherie verliert verstärkt Einwohner, niedergelassene Ärzte in der Peripherie verlieren verstärkt Kundschaft, Allein die Osteroder Kreisverwaltung hat derzeit (noch) 450 potentielle Patienten nebst Familienangehörigen... Tatsache: die hier vorgenommene Verknüpfung des Themas ärztliche Versorgung incl. fachspezifischer Zusammenarbeit mit der Thematik Kreisfusion ist zumindest irreführend.
Auf diesen Beitrag antworten

Aktuelle Artikel dieser Rubrik
Verständigung auf und neben dem Platz
Es soll für jeden etwas dabei sein
Eigenes Trinkverhalten prüfen
Platz zwei für die Elbingeroder
Beim Kirchenjubiläum 300+1 steht erstmals ein Bischof auf der Kanzel der Katharinen-Kirche

Übersicht Südniedersachsen

Ältere Artikel finden Sie in unserem Archiv

zurück
Copyright © 2011 Harz Kurier - Screendesign und Programmierung © 2005 lopri.net RSS
Anzeige