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Der 4. Harzer Klostersommer wurde feierlich in Walkenried eröffnet
Ein Eingangstor für die Menschen


Beim Pressegespräch im Kloster Walkenried informierten Melanie Krilleke, Professor Reinhard Roseneck und Christoph Carstens (v. li.) über den 4. Harzer Klostersommer. Foto: Mark Härtl
WALKENRIED. Mit einem Klostermahl wurde gestern im Zisterzienserkloster der Harzer Klostersommer eröffnet. Bevor Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh sowie die Vertreter der beteiligten Klöster und des Landkreises Osterode ihre Grußworte an die Gäste richteten, hielt Pröpstin Katharina Meyer eine Andacht.

Klöster seien Schlüssellöcher, durch die wir Einblicke in das Leben der Mönche bekämen, sagte Meyer, und betonte, dass sich dieser Blick lohne. Auf der Suche nach dem, worauf es im Leben ankomme, könne es helfen, aus den Erfahrungen der Altvorderen zu lernen, so ihr Fazit. Der Harzer Klostersommer biete dafür eine willkommene Gelegenheit.

Der Sommer hat endlich begonnen – zumindest in den vier teilnehmenden Klöstern des 4. Harzer Klostersommers. Bis September öffnen die Klöster Walkenried, Drübeck, Michaelstein und Wöltingerode ihre Pforten für über 50 Programmpunkte.
Besinnliche Gottesdienste, abwechslungsreiche Konzerte sowie Klostermärkte und -feste sind nur einige der Veranstaltungen, die die Klöster ihren Gästen in den kommenden Monaten bieten. In Walkenried stehen unter anderem Kerzen- und Taschenlampenführungen sowie als Höhepunkte der Klostermarkt und die Kreuzgangkonzerte auf dem Programm.
„Wir lieben offene Klostertüren“, fasst Christoph Carstens, 1. Vorsitzender des Vereins Harzer Klostersommer, die Intention der Veranstalter zusammen. Ziel sei es, das kulturelle Angebot der Region zu gestalten und die Anlagen mit Leben zu füllen.
„Der Harzer Klostersommer ist das Eingangstor, durch das die Menschen all die anderen Veranstaltungen wahrnehmen“, sagte der Stiftungsdirektor Braunschweigischer Kulturbesitz, Tobias Henkel, „durch ihn haben wir eine wunderbare Klientel gewonnen, die sich für die Klöster interessiert.“
Insgesamt werden rund 60 000 Besucher zu den Veranstaltungen des Klostersommers erwartet. Aufgrund der großen Nachfrage beginnt die Veranstaltungsreihe in diesem Jahr schon ein paar Wochen früher als gewohnt.

Ein besonderes Netzwerk

Dabei ergänzen sich die vier teilnehmenden Klöster hervorragend, betont Professor Reinhard Roseneck: „Jedes Kloster bringt seine besonderen Qualitäten in das Netzwerk ein.“
Bei der Festrede und den Grußworten zum Harzer Klostermahl, mit dem der Klostersommer gestern Mittag im Refektorium des Zisterzienserklosters Walkenried feierlich eröffnet wurde, nahm diese Vernetzung denn auch eine große Rolle ein.
Osterodes Erster Kreisrat Gero Geißlreiter und Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh betonten, dass der Klostersommer nicht nur eine Kooperation über Kloster- sondern auch über Ländergrenzen hinweg sei. Sie zeigten sich erfreut über die gute Zusammenarbeit zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.
Professor Konrad Breitenborn, der stellvertretende Vorstand der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt, ging in diesem Zusammenhang auch auf die Rolle der Klöster in der DDR ein. Dort führten sie ein Schattendasein, seien aus dem Bewusstsein der Menschen verbannt worden. Umso mehr freue er sich, dass der Klostersommer die Klöster für so viele Besucher öffne. „Klöster führen kein abgeschiedenes Eigenleben, sondern sind verwoben mit ihrer Umgebung und verbunden mit den Menschen“, sagte Hans-Christian Biallas, Präsident der Klosterkammer Hannover. fr
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