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Der alte Obelisk erzählt mit wenigen Gravuren eine alte Geschichte
„Hammersteins Lindenpunct“ steht


Renate Dittmar, Walter Füllgrabe jun., Markus Füllgrabe, Annegret Pues, Heiner Scharfe, Helmut Lüder und Fritz Dittmar (von links) vor dem frisch restaurierten und gesetzten Obelisken. Foto: Camillo Kluge
BAD LAUTERBERG. Der Bismarckturm ist seit vielen Jahren ein beliebtes Ausflugsziel. Nun gib es an seiner Rückseite eine weitere Attraktion, und das ist nicht die grandiose Aussicht bis hinüber zur Odersperre. „Hammersteins Lindenpunct“ wurde restauriert und dort wieder hingesetzt, ein Obelisk, der mit wenigen Gravuren eine lange Geschichte erzählt.

Mit viel handwerklichem Geschick, viel Geduld und über 40 Arbeitsstunden haben Walter Füllgrabe junior und seine Söhne Markus und Michael dem alten, verwitterten und kaum noch lesbaren Stein wieder eine Bestimmung gegeben. „Es hat viel Arbeit gekostet, die Inschrift zu entziffern“, gesteht Stadtarchivar Helmut Lüder, der jetzt neben Füllgrabes, den Gastwirten am Bismarckturm sowie Fritz und Renate Dittmar vom Kulturkreis den Stein offiziell an seinem Platz seiner Bestimmung übergab.
Die geografische Breite ist auf der einen Seite des Obelisken eingraviert, genauso auch die Länge „östl. Ferro“. Etwas über 28 Grad passt aber nicht so ganz zu den heute üblichen „Greenwich-Werten“. „Ferro steht für El Hierro und ist eine der Kanarischen Inseln“, erklärt Lüder, und durch die lief über 1 700 Jahre der Nullmeridian. Erst 1883 wurde der noch heute gültige Nullmeridian festgelegt. Auch die in den Stein gemeißelten Höhenwerte dürften zunächst stutzig machen. 1828 über Nordsee ist dort zu lesen und 833 über Lauterberg. Doch ist diese Lösung recht leicht, handelt es sich einfach um seinerzeit gebräuchliche Fuß-Angaben.
Benannt wurde der Punkt nach Christoph Friedrich Freiherr von Hammerstein, einem Kriegsveteranen, der sich bei Waterloo den Oberstleutnant verdiente. Seine Vorliebe zum Harz und sein eigentlich erlernter Beruf Forstmann ließen ihn in „Klausthal“ bleiben. 1847 feierte er sein 50-jähriges Dienstjubiläum, was mit dem Datum der Steinsetzung zusammenfällt.
„Ich bin stolz, dass wir das alles hinbekommen haben, ohne groß die Obrigkeit bemühen zu müssen“, sagte Fritz Dittmar, Schatzmeister des Kulturkreises, der mit dem Kneippverein, der AG Königshütte und dem Stadtarchiv hier treibende Kraft war. Besonderer Dank galt der Steinmetz-Familie Füllgrabe, die sich ehrenamtlich an die Restaurierung des Steines gemacht hatte. „Auf privater Ebene gibt es einfachere Abläufe“, so Dittmar.
Alles rund um den Stein soll demnächst eine Tafel erläutern, die noch angebracht wird. Auch ein Schutz gegen Verwitterung ist für den Stein noch geplant. Doch bereits jetzt schon ist „Hammersteins Lindenpunct“ einen Besuch wert, nicht zuletzt auch wegen der einmaligen Aussicht, die der Obelisk seit über 160 Jahren genießt. cfk

HarzKurier: 27. Juli 2012
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